Humboldt-Universität zu Berlin - German Politics

Teaching SoSe 2022

In the summer semester of 2022 we are offering a number of courses. For further information please refer to the linked entries in the course catalogue.

 

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Prof. Dr. Jochen Müller

Vertiefungsseminar: Abgeordnete, Fraktionen und politische Repräsentation


Abgeordnete entscheiden über die Zusammensetzung der Regierung und sind letztlich dafür verantwortlich, dass die Präferenzen der Wähler:innen in Gesetze übersetzt werden. Ihr individuelles Handeln ist daher zentral für die Repräsentationsleistung des jeweiligen politischen Systems.
Gleichzeitig sind Abgeordnete in Parteien und Fraktionen eingebunden, die Netzwerke oder Orientierung bieten und über Karriereverläufe und Einflussmöglichkeiten mitentscheiden. Wo die Auseinandersetzung zwischen Parteien den politischen Wettbewerb prägt, stellt sich daher die Frage nach den Handlungsmöglichkeiten und dem Spielraum der Abgeordneten.

Wir beleuchten, was Abgeordnete tun und welche Faktoren beeinflussen, wie sie sich verhalten. Konkret werden wir etwa diskutieren, welchen Einfluss Parteizugehörigkeit, Wahlkreisinteressen sowie persönliche Merkmale und Präferenzen haben. Besondere Aufmerksamkeit richten wir auf die Verbindung zwischen den Repräsentierten und dem was im Parlament passiert. Dabei beleuchten wir unterschiedliche Facetten der Tätigkeit von Abgeordneten und betrachten unter anderem das
Abstimmungsverhalten, Anfragen und Debattenbeiträge. Deutsche und andere europäische Parlamente sind dabei häufig entweder Untersuchungsgegenstand oder Ausgangspunkt für vergleichende Arbeiten.

Abgeschlossen wird das Seminar mit einer eigenständig durchgeführten empirischen Untersuchung. Entsprechend werden auch über das gesamte Semester hinweg Aspekte wissenschaftlichen Arbeitens sowie Analysetechniken und deren Anwendung behandelt. Vorgestellt werden auch ausgewählte Datensätze, die für eigene Analysen zur Verfügung stehen. Besondere Aufmerksamkeitwerden wir zudem der Frage widmen, wie Sie – ausgehend von der existierenden Forschung – eine
eigene Forschungsfrage entwickeln können.

Dienstags, 16:00 - 20:00 Uhr, Raum 004, Uni 3b

  

Kolloquium: Politisches System der BRD


Das Kolloquium dient der Vorbereitung, Präsentation und Diskussion von Abschlussarbeiten, die am Lehrbereich Innenpolitik der Bundesrepublik Deutschland betreut werden. Dabei interessieren wir uns vor allem für Wahlen, Parteien und Parlamente – auch außerhalb Deutschlands.

Behandelt werden zudem aktuelle Beiträge aus der Forschung und grundsätzliche methodische Überlegungen. Schwerpunkte werden entlang der Interessen der Teilnehmenden gesetzt und zu Beginn des Semesters gemeinsam erarbeitet.

Montags, 16:00 - 18:00 Uhr, Raum 005, Uni 3b

 
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Dr. Tristan Klingelhöfer

Übung: Einführung in das politische System der BRD (Sachunterricht an Grundschulen)

 

Die Übung greift die Inhalte der Vorlesung „Einführung in die Grundlagen der Sozialwissenschaften“ vertiefend zum Thema „Das politische System der Bundesrepublik Deutschland“ auf. Insbesondere der Schwerpunkt der integrativen Analyse sowohl politischer Systeme, politischer Strukturen und Institutionen (polity), politischer Prozesse (politics) und Politikfelder (policy) wird am Beispiel des bundesdeutschen politischen Systems angewendet.

Die Teilnehmer:innen erarbeiten sich konzeptionelle, theoretische und empirische Kenntnisse des deutschen Regierungssystems unter besonderer Berücksichtigung der europäischen Integration. Darüber hinaus erarbeiten sich die Studierenden die Transferfähigkeit von der komplexen fachwissenschaftlichen Analyse hin zu den Debatten-inhärenten Kerngedanken, die ihrerseits Ausgangsbasis für die Unterrichtspraxis in der Grundschule sind.

Dienstags, 12:00 - 14:00, Raum 003, Uni 3b

  

Lektüreseminar: Politische Irrationalität

 

Nach Wahlen werden regelmäßig "Mandate" abgeleitet, die bestimmten Parteien und Politiker:innen mutmaßlich von den Wähler:innen verliehen wurden. Dementsprechend gehen sowohl klassische Demokratietheorien als auch die empirische Literatur davon aus, dass die Wähler:innen über ein ausreichendes Maß an Rationalität verfügen, welches Ihre Wahlentscheidung trägt. In diesem Seminar analysieren wir das Gegenteil: politische Irrationalität. Wir beginnen mit einer konzeptionellen Abgrenzung von Rationalität und Irrationalität. Anschließend gehen wir eine Reihe von Einstellungen und Verhaltensweisen durch, die gemeinhin als irrational gelten wie esoterische Argumentationsstile, die Verbreitung von Unwahrheiten, der Glaube an Verschwörungsnarrative. Wir analysieren diese im öffentlichen Diskurs und auf Social Media, untersuchen wie verbreitet sie in der Bevölkerung sind und identifizieren welche Charakteristika oder Kontexte mit ihnen einhergehen. Zusammen erlaubt uns dies, den Stellenwert von Irrationalität in der Demokratie zu skizzieren.

 

Dienstags, 18:00 - 20:00, Raum 003, Uni 3b