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Humboldt-Universität zu Berlin - Demografie

Demografie

Profil

Die Forschung und Lehre des Lehrbereichs Demografie setzt an der Schnittstelle von Demografie und sozialer Ungleichheit an und nimmt historisch und international vergleichend die Ursachen und Folgen veränderter Lebensverlaufsmuster in den Blick. Ausgangspunkt ist die verbreitete Annahme, dass sich Lebensläufe heute komplexer, flexibler und individualisierter gestalten, weil Menschen ihre Lebensentwürfe an die Anforderungen zunehmend globalisierter und flexibler Arbeitsmärkte anpassen müssen. Solchen Entwicklungen werden häufig negative Auswirkungen zugeschrieben, etwa wachsende soziale Ungleichheit, ökonomische Unsicherheit, Stress oder eine erschwerte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Der Lehrbereich Demografie überprüft diese Annahme auf der Basis von Längsschnittdaten und untersucht, wie bestimmte Muster in demografischen und sozioökonomischen Prozessen, zum Beispiel in der Fertilität und in Erwerbskarrieren, mit der Verteilung von Ressourcen zusammenhängen. Drei Phasen des Lebenslauf werden dabei genauer untersucht: die Familiengründung, die Erwerbskarriere und der Übergang in die Rente.

 

Prof. Dr. Anette Eva Fasang

Juniorprofessur für Demografie
Humboldt-Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät III
Institut für Sozialwissenschaften
Unter den Linden 6
10099 Berlin

 

Sitz: Universitätsstraße 3b, Raum 316
Tel: ++49 (0)30 2093 4497
Fax: ++49 (0)30 2093 4223
Email: anette.fasang (at) sowi.hu-berlin.de

 

Sprechstunde: Donnerstag 17.00 - 18.00 Uhr
In den Semesterferien nach Vereinbarung.

 

Mitarbeiter

Marcel Raab, Dipl.-Soz.

 

Studentische Mitarbeiter

Sarah Al-Bashtali

Carmen Schwartz

 

Sekretariat

Gabi Sonnenberg
Sitz: Universitätsstraße 3b, Raum 224
Tel: ++49 (0)30 2093 4434
Fax: ++49 (0)30 2093 4430
Email: gabi. sonnenberg (at) rz.hu-berlin.de

 

Bürozeiten:
Montag bis Donnerstag 09.00 -12.00 und 13.00 -15.00 Uhr
und nach Vereinbarung.

 

Aktuelle Publikationen

 

Retirement Patterns and Income Inequality

How do social policies shape life courses, and which consequences do different life course patterns hold for individuals? This article engages the example of retirement in Germany and Britain to analyze life course patterns and their consequences for income inequality. Sequence analysis is used to measure retirement trajectories. The liberal welfare state in Britain generates more unstable retirement trajectories (differentiated) that are more dissimilar across the population (de-standardized) than the conservative-corporatist welfare state in Germany. Contrary to common conjectures, this is not associated with higher income inequality among retirees in Britain. This study concludes that there is no simple straightforward link between life course patterns and income inequality.

Fasang, A. E. “Retirement Patterns and Income Inequality.” 2012, Social Forces, [DOI: 10.1093/sf/sor015].

 

Arbeitslosigkeit wirft lange Schatten

Arbeitslosigkeit schwächt nachhaltig die Zufriedenheit im Job. Wer arbeitslos war, ist auch nach einer Wiederbeschäftigung weniger zufrieden mit seiner Arbeit und den beruflichen Perspektiven. Das zeigt eine Untersuchung für 23 europäische Länder, die WZB-Forscherin Anette Fasang gemeinsam mit Sara Geerdes und Klaus Schömann von der Jacobs University Bremen gemacht hat. „Arbeitslosigkeit zieht nicht nur materielle Einbußen nach sich, sondern mindert dauerhaft die Lebensqualität“, fasst Anette Fasang die Ergebnisse der Studie zusammen.

Fasang, A. E., Geerdes, S. und Schömann, K. “Which Type of Job Mobility Makes People Happy? A Comparative Analysis of European Welfare Regimes.” 2012, International Sociology, [DOI: 10.1177].

 

Globalisierung macht Karrieren nicht instabiler

Hat die Globalisierung Folgen für den individuellen Karriereverlauf? Häufig heißt es, Berufsbiographien seien heute weniger stabil als früher - zum Beispiel werde öfter der Arbeitgeber gewechselt. Anette Fasang und ihre Kollegen Daniela Grunow und Torsten Biemann haben diese These anhand der Karriereverläufe von Berufseinsteigern in den ersten acht Jahren ihrer Berufstätigkeit überprüft. Das Ergebnis: Karrieren sind heute nicht wesentlich komplexer als in der Vergangenheit. Verändert haben sich dagegen die typischen Karrieremuster. Ursache hierfür ist weniger die Globalisierung der Wirtschaft, verantwortlich sind vielmehr die Bildungsexpansion, der Strukturwandel des Arbeitsmarktes und eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen. Die Ergebnisse der Studie sind jetzt in der Zeitschrift "Organization Studies" erschienen.

Biemann, T., Fasang, A. E. und Grunow, D. “Do Economic Globalization and Industry Growth Destabilize Careers? An Analysis of Career Complexity and Career Patterns Over Time.” 2011, Organization Studies 32(12): 1639-1663.