Über das ISW
Das Profil des Instituts für Sozialwissenschaften (ISW) ist durch folgende zentrale Elemente gekennzeichnet:
- die Integration von Soziologie und Politikwissenschaft als Projekt einer modernen empirischen Sozialwissenschaft, die sich ihrer klassischen Theorieansätze bewusst bleibt;
- den Fokus auf politische und soziale Institutionen sowie gesellschaftliche Probleme;
- die reflektierte und konsequente Anwendung sozialwissenschaftlicher Methoden beim empirischen Vergleich von Gesellschaften und politischen Systemen;
- den Blick für die gesellschaftspolitische Relevanz sozialwissenschaftlicher Forschung, der sich in einem offenen Dialog zwischen Lehrenden, Studierenden sowie gesellschaftlichen und politischen Akteuren vollzieht.
[Intellektueller Standort und thematische Schwerpunkte] Das ISW zeichnet sich durch eine Integration der Fächer Soziologie und Politikwissenschaften in allen seinen Studiengängen aus und unterscheidet sich hierin von anderen sozialwissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland. Das Institut orientiert sich bewusst an den gemeinsamen theoretischen Traditionen von Soziologie und Politikwissenschaft und sucht das klassische Erbe sozialwissenschaftlicher Forschung in einen Dialog mit politischen und soziologischen Theorien sowie mit zeitgemäßen Methoden der empirischen Sozialforschung zu bringen. Hierbei werden einerseits empirisch fundierte Erklärungen für aktuelle gesellschaftliche und politische Verhältnisse gewonnen, wobei der Rolle politischer und sozialer Akteure und Institutionen besondere Bedeutung beigemessen wird. Andererseits werden Handlungsoptionen für die Lösung gesellschaftlicher Probleme aufgezeigt. Im Mittelpunkt von Lehre und Forschung am ISW stehen
- demokratische Entscheidungsprozesse, Funktionsweisen und Wandel politischer und sozialer Institutionen sowie politischer Systeme (national, international sowie in Mehrebenenkonstellationen),
- Prozesse der (Ent-)Demokratisierung von Demokratien und anderen Regimetypen,
- Theorien politischer Herrschaft, Legitimation und Subversion von Macht und Herrschaft, Symbolisierung von Herrschaft,
- Sozialstruktur, soziale Ungleichheit und soziale Teilhabe im Kontext von Arbeit, Gender, Familie, Migration, Stadt und demografischer Entwicklung,
- kulturelle, soziale und politische Konfliktlinien von Gesellschaften, deren reflexive Wahrnehmungen und Konsequenzen für soziales und politisches Handeln.
[Methodenfokus] In der Auseinandersetzung mit vorhandenem Wissen und dessen Weitergabe an die Studierenden sowie bei der Schaffung von neuen sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen achtet das ISW stark auf die Reflexion und disziplinierte Anwendung fundierter Methoden. Dabei wird dezidiert ein Methodenpluralismus vertreten, der den Vergleich von Gesellschaften und politischen Institutionen als zentral erachtet und von der Gleichwertigkeit qualitativer und quantitativer Methodenansätzen ausgeht.
[Praxisbezug] Die Lage des ISW in der Mitte Berlins und unweit des Regierungszentrums der Bundesrepublik Deutschland ermöglicht es in besonderem Maße, sozialwissenschaftliche Erkenntnisse über aktuelle Probleme zu generieren und deren Implikationen auch als Handlungsoption zur wissensbasierten Intervention in politische Prozesse zu formulieren. Der sozialwissenschaftliche Dialog mit Politik und Gesellschaft über konkrete Möglichkeiten, demokratische Systeme zu verändern und zu verbessern ist daher ein zentrales Anliegen des ISW.
[Lehr- und Lernkultur] Die Lehrenden des ISW fühlen sich dem Ideal Humboldts von der Einheit von Lehre und Forschung und der Persönlichkeitsentwicklung durch wissenschaftliche Ausbildung verpflichtet. Das ISW setzt deshalb bei seinem Bachelor- und Masterangebot sowie in dem strukturierten Doktorandenprogramm der Berlin Graduate School of Social Sciences (BGSS) auf eine breit angelegte Vermittlung von Grundlagen der Politikwissenschaft und der Soziologie gleichermaßen und darauf aufbauend auf ein breites Spektrum an Spezialisierungen. Grundlagenvermittlung und Spezialisierungsangebote sind in eine intensive Theorie- und Methodenausbildung eingebettet, die es den Studierenden erlauben soll, sich kritisch mit vorhandenen Wissensbeständen auseinanderzusetzen und früh eigene Forschungswege einzuschlagen. Eine mit den Forschungen des ISW verbundene projektorientierte Ausbildung fördert die wissenschaftlich-praktische Kompetenz der Studierenden. Chancengleichheit und die Anerkennung von Diversität sind zentrale Leitlinien des Instituts.
[Partner, Dialogstrukturen und Internationalisierung] Schließlich ist das ISW eingebunden in einen multidisziplinären Dialog mit den anderen Instituten und Einrichtungen der Humboldt-Universität. Ferner kann das ISW auf eine lange Tradition der institutionalisierten Partnerschaften zu Universitäten und Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt verweisen, die für eine konsequente Strategie der Internationalisierung insbesondere der Masterstudiengängen und der Doktorandenausbildung genutzt werden. Das ISW sieht sich als Teil des sozialwissenschaftlichen Forschungsraums Berlin und ist eng vernetzt mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen (Centre Marc Bloch, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Stiftung Wissenschaft und Politik, Wissenschaftszentrum Berlin u.a.) sowie mit anderen Universitäten in Berlin-Brandenburg (u.a. Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin, Hertie School of Governance und Universität Potsdam u.a.).